1stQuad ist weiterhin auf Erfolgskurs und expandiert. CEO Michael Hofer verrät im Interview Interessantes aus dem vergangenen Jahr, gibt Einblicke in die Zukunft, spricht über das 10-Jahres-Jubiläum und stellt ein neues Produkt vor.

Michael Hofer, CEO

Das Jahr 2017 war ein Erfolgsjahr für 1stQuad. Wie ist es 2018 gelaufen?

Es ist uns gelungen, das Resultat des Vorjahres zu bestätigen – eigentlich fast wider Erwarten, denn 2017 war wirklich ein absolutes Spitzenjahr. Wir sind davon ausgegangen, dass wir das nicht einfach so wiederholen können. Aber wir haben den 2017er-Umsatz 2018 sogar übertroffen und von 4 auf 4,7 Millionen Franken gesteigert.

Wie war das möglich?

Mit der Substanz, das heisst Intranet-Projekte auf Wizdom-Basis und Individualentwicklungen, konnten wir von 2017 auf 2018 nahtlos weiterfahren. Es sind auch neue, grosse Projekte hinzugekommen. Und 2018 hat der Bereich Prozessmanagement mit dem Produkt AgilePoint so richtig angezogen und zusätzliche Umsätze generiert.

Bedeutet mehr Projekte auch mehr Mitarbeitende?

Ja, wir konnten 2018 mehrere sehr gute Leute hinzugewinnen, und zwar übers ganze Spektrum hinweg ­– SharePoint/Office 365, Entwicklung, Beratung, Prozessmanagement und Administration. Heute sind wir in Zürich und in unserer neuen Filiale in Bern insgesamt 16 Köpfe. Und wir haben das Nearshoring-Team um fünf Personen erweitert.

Gab es auch Hürden zu überwinden?

Die Arbeitsbelastung war sehr hoch, das war für uns alle herausfordernd. Und die Kundenstruktur sowie die Anforderungen der Kunden verändern sich. Wir mussten uns folglich auf das veränderte Umfeld ausrichten.

Kommen wir zum laufenden Jahr. Wie hat 2019 begonnen?

Wir konnten diverse grosse Projekte weiterverfolgen und gingen aus einer gesicherten Position ins neue Jahr hinein. Es zeigt sich auch, dass wir von Entscheidungen aus den letzten zwei, drei Jahren stark profitieren. Zum Beispiel vom Entscheid, bei der Unternehmensführung auf Holacracy zu setzen. Oder uns bei der Software-Entwicklung Support durch Nearshoring zu holen. Auch die Wahl von Wizdom für Intranet-Lösungen hat sich als klug erwiesen und bringt laufend Umsatz.

Und wie geht es weiter?

Wir zehren im ersten Halbjahr sicher noch weiter vom Erfolg der letzten Jahre. Die Ansprüche an Intranet-Lösungen entwickeln sich jedoch weiter. Vieles ist in Bewegung. In den letzten Jahren ging es darum, die Cloud als Plattform für die Unternehmens-IT zu etablieren. Das ist geschehen. Nun liegt das Augenmerk vor allem auf den Applikationen selbst. Wir sehen ausserdem, dass die Firmen punkto Digitalisierung ihre Hausaufgaben gemacht haben. Heute geht es zunehmend um Automatisierung und Prozessmanagement – diese Bereiche werden auch für uns immer wichtiger.

Was bedeutet dies für 1stQuad?

Wir müssen uns jetzt erneuern, 2019 ist für mich ein Transformationsjahr. Das zeigt sich auch in unserem Umfeld: Bei Microsoft etwa ist immer mehr von Teams die Rede. Und Anwendungen einfach auf Azure zu portieren ist auch nicht mehr der letzte Schrei. Beim Thema Cloud treten Integration und Schnittstellen in den Vordergrund.

2019 feiert 1stQuad das Zehnjährige. Wie hat sich das Unternehmen entwickelt?

Am Anfang standen zwei Elemente: Erstens was wir machen, also SharePoint, und zweitens wie wir es machen – der Solution Architect als Berater, Entwickler und Supportleistender in Personalunion. Mit der Zeit hat sich das geändert. Heute steht nicht mehr SharePoint im Vordergrund, sondern der Digital Workplace in allen Ausprägungen. Neu hinzugekommen sind webbasierte Business-Apps als Individualentwicklungen. Und wie schon erwähnt Prozessdigitalisierung und Prozessmanagement.

Was veränderte sich dabei an der Firmenvision?

Zuerst war die Vision schlicht, der beste SharePoint-Spezialist zu sein. Unser Slogan hiess ja auch lange Jahre «Wir sprechen SharePoint». Dann sind wir einen Schritt weitergegangen und haben die Digitalisierung von Unternehmen und Prozessen sowie die umfassende Beratung in den Vordergrund gestellt. Momentan sind wir daran, diese Vision und vor allem unser Portfolio noch weiter zu schärfen – sozusagen die «Version 3».

Was heisst das?

Bisher sprachen wir etwas schwammig von Lösungen, Produkten und Technologien. In Zukunft wollen wir uns klarer auf unsere Kompetenzen fokussieren und dies auch kommunizieren. Wir haben zum Beispiel grosse Erfahrung bei Compliance, Collaboration und Kommunikation. Und wir sind stark in Business-Anwendungen für die Aviatik. Darüber hinaus haben wir eine wirklich coole Firmenkultur, mit den Solution Architects und der Art, wie wir Nearshoring betreiben und Projekte liefern. Wir arbeiten zum Beispiel nicht stur nach Scrum, sondern passen die Methode dem Projekt an. Das alles wollen wir noch mehr herausarbeiten.

Mit deema, einer «Employee Mobile App», hat 1stQuad soeben ein neues Produkt lanciert. Worum geht es?

Einerseits ist deema der Beweis, dass wir uns auf Mobile Apps verstehen. Und das Produkt kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Viele Unternehmen sind bereit für eine eigene Mitarbeiter-App, die mehr bietet als standardisierte SaaS-Lösungen oder unterschiedliche Apps für verschiedene Aufgaben. Und die auf allen Plattformen bis zum Smartphone läuft, sodass die gesamte Workforce vom Büro bis zur Produktion und zum Aussendienst davon profitiert.

Was für Funktionen bietet deema?

Die meisten Unternehmen wünschen sich am Anfang das Gleiche von einer Mobile App: News, Gruppenchat, Mitarbeiterverzeichnis, Dokumente sowie eine gute Suchfunktion. Weiter gefragt sind Features wie Push-Benachrichtigungen und Single-Sign-on. Immens wichtig ist zudem die Datenhoheit: Schweizer Firmen wollen ihre Daten im eigenen Haus wissen und nicht irgendwo in den USA oder in China. Wir haben den Markt analysiert, keine Lösung gefunden, die all das bietet und deema entwickelt.

Kurz zusammengefasst: Was ist deema genau?

deema ist eine firmeneigene App im Branding des Kunden, die alle Grundfunktionen bietet und sich durch Konnektoren beliebig erweitern lässt. Die erste Version verbindet sich so mit Wizdom, Release 2 bietet einen SharePoint-Connector, der verschiedene SharePoint-Dienste abdeckt. Weitere Integrationen und Funktionen werden wir ganz nach dem Prinzip Lean Innovation auf Basis des Kundenbedarfs entwickeln.