1stQuad floriert. Unser CEO Michael Hofer gibt im Interview Auskunft über das vergangene Jahr und die Zukunftsaussichten des Unternehmens.

Michael, wie lief das Jahr 2017 für 1stQuad?

Es war mit Abstand das beste Jahr unserer Firmengeschichte, in allen Belangen. Der Umsatz stieg um 20 Prozent. Und wir konnten das Team stärken – einige Leute haben uns verlassen, und sehr gute Verstärkungen sind neu dazugekommen. Heute haben wir eine sehr homogene Mannschaft mit ausgewiesenen Spezialisten in all unseren Aktivitätsfeldern.

1stQuad entwickelt ja nicht nur in der Schweiz…

Richtig. Wir greifen gezielt auf Nearshoring zurück und haben diesen Bereich massgeblich ausgebaut. Mit Offshoring in entfernteren Gegenden hatten wir in der Vergangenheit nicht wirklich gute Erfahrungen gemacht – nur schon wegen der Zeitverschiebung. Heute arbeiten wir mit drei Entwicklungsfirmen in Weissrussland zusammen. Jede davon gehört zu den absoluten Spezialisten auf ihrem Gebiet. Im Fokus stehen App-Entwicklung generell, neue Technologien wie Mobile, Wearables oder Blockchain sowie klassische Content-Management-Disziplinen auf Basis SharePoint.

Wie ist man auf Weissrussland gekommen?

Wir haben verschiedene Länder evaluiert. Weissrussland war ursprünglich nicht am Horizont. Dann haben wir gesehen, dass Dank gezielter staatlicher Förderung rund um die bekannte Universität von Minsk eine Art «Silicon Valley» entstanden ist. Wir haben verschiedene Firmen angefragt, sehr rasch Antwort erhalten und durften feststellen, dass in Weissrussland sehr gute Talente zu finden sind. Liebenswerte, coole und sehr loyale Leute. So können wir mit den Besten der Besten arbeiten – mittlerweile sind es um die 20.

Für dieses Interview haben wir uns am neuen 1stQuad-Standort an der Thurgauerstrasse 54 getroffen. Was hat der Umzug gebracht?

Sehr viel. Wir verstehen uns noch mehr als gefestigtes Unternehmen mit klarer Strategie, was sich im modernen Geschäftsgebäude noch besser zeigt. Wir sind ganz offiziell keine «Garagenfirma» mehr und dies wirkt sich positiv auf Mitarbeiter, aber auch aufs Recruiting aus. Wir haben sogar Kunden, die gerne mal bei uns arbeiten – der gute Standort und die Ruhe machen es aus. Wir sind ausserdem daran, einen weiteren Standort in Bern aufzubauen. Im Moment noch im kleinen Rahmen, später bereits Ende Q3 werden dort drei bis vier Mitarbeiter stationiert sein.

Auch punkto Unternehmensstruktur und Führung zeigt sich 1stQuad innovativ – wie genau?

Wir pflegen seit einem Jahr eine Holokratie und haben in dieser Zeit Erfahrungen gesammelt, wie so etwas funktioniert. Gewissermassen sind wir heute wieder «Back to Basics»: 1stQuad ist ein Verbund von Individuen, die jeweils auf ihrem Gebiet führend sind und Verantwortung tragen.

Wie entwickelt 1stQuad das Geschäft weiter?

Unter anderem haben wir einen Kreis namens «New Business», wo wir mit neuen Ideen und Geschäftsmöglichkeiten experimentieren. Wird daraus etwas zu einem tragenden Geschäftsmodell, gliedern wir es aus. Beispiele für erfolgreiche neue Geschäftsfelder sind Prozessmanagement mit AgilePoint oder Intranet mit Wizdom – das verkauft sich wie warme Weggli, wir sind bis Ende Jahr praktisch ausgebucht.

Wie sehen Sie die IT heute und in Zukunft?

Im Moment läuft in der IT unglaublich viel und extrem schnell – nur schon Microsoft generiert Updates mit einem Speed, bei dem viele nicht mehr mitkommen. Das fordert uns, bringt aber auch ungeahnte neue Möglichkeiten.

Etwas konkreter bitte…

Rund um Cloud Computing ist heute Realität, was vor zwei, drei Jahren noch blosse Möglichkeit war. Beim Cloud Computing haben die Unternehmen die Hausaufgaben gemacht – das Identity Management steht, die Sicherheit ist im Griff und die Plattform angerichtet. Jetzt geht es darum herauszufinden, was mit welchen Cloud-Apps möglich ist – was für eine Architektur braucht es, wie integriert man SaaS-Dienste, wie müssen die Schnittstellen gestaltet sein. Die Kunden sind jetzt ready, das spüren wir deutlich.

Und was ist mit künstlicher Intelligenz?

Die Meisten befassen sich irgendwie damit, produktive Anwendungen sind noch selten. Wir diskutieren mit unseren Kunden sehr spannende Ideen, vor allem punkto Chatbots und Machine Learning. Mit Machine Learning lassen sich zum Beispiel zeitaufwendige Hintergrundverarbeitungen beschleunigen und vor allem die Fehlerquote drastisch reduzieren.

Hat 1stQuad noch etwas Konkretes im Köcher, das demnächst lanciert wird?

Viele unserer Kunden möchten Mobile-Apps für ihre Mitarbeitenden – für die interne Kommunikation sowie zur Unterstützung spezifischer Prozesse. Am Markt gibt es bereits Plattformen für systemübergreifende Employee Apps – aber diese sind oft zu wenig flexibel und relativ kostspielig. 1stQuad ist daran, eine generische Mobile App auf Basis Azure und Office 365 mit Grundfunktionen wie News und Gruppenchat zu bauen. Sie lässt sich jedoch beliebig erweitern und tief in die Backendsysteme des Kunden integrieren. Genau das suchen viele, finden es aber bisher nirgends. Mehr darüber zeigen wir demnächst an dieser Stelle – stay tuned!