Erst geschmäht, dann verehrt: Seit dem Silber-Erfolg der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an der letzten WM hat Nationaltrainer Patrick Fischer in der öffentlichen Wahrnehmung massiv an Punkten zugelegt. Auch ich selbst gehörte anfangs zu den Skeptikern. Dann durfte ich Patrick Fischer persönlich kennenlernen und habe darüber nachgedacht, was sein Erfolg ausmacht. Es ist sicher nicht blosser Zufall – und jeder Leader kann sich eine Scheibe von Patrick Fischers Führungsprinzipien abschneiden.

1. Du brauchst eine Vision, musst sie klar kommunizieren und bis zum Schluss durchziehen

Der Legende nach hat Patrick Fischer schon Anfang des Jahrtausends gesagt, er müsse Nationaltrainer werden und das Schweizer Eishockey auf ein neues Level heben: Gewinnen statt immer nur verlieren. Diese Vision hat er inzwischen verwirklicht. Und er liess sich dabei weder von Rückschlägen noch von Medien, Fans und Sponsoren beirren. Ganz nach dem Motto «Wir sind Schweizer, wir können das».

2. Du brauchst Vertrauen

Wer effektiv führen will, muss seinem Team vertrauen – aber auch selbst Vertrauen erfahren. Der Nationaltrainer hat seinem Team immer stark vertraut. Und er hat vom Eishockeyverband seinerseits Vertrauen eingefordert: Obwohl es damals viele nicht verstanden, wurde sein Vertrag noch vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang bis 2020 verlängert. Vertrauen braucht es auf beiden Seiten – das leben wir auch bei 1stQuad.

3. It’s all about People

Ein Team ist dann am besten, wenn es aus den richtigen Leuten besteht. Patrick Fischer hat lange experimentiert, bis alles gepasst hat: Es gibt Blender, es gibt technisch überragende, aber menschlich ungeeignete Kandidaten, Leader und Mitläufer, positiv und negativ eingestellte Spieler. Für mich ist das in der IT genau gleich – oder noch besser: Jedes Business ist ein Personenbusiness. Fünfzehn Jahre Berufserfahrung und ein Dutzend Zertifikate nützen nichts, wenn das Menschliche nicht passt.

4. Du sollst keinen falschen Stolz haben

Auch eine Führungsperson muss Hilfe suchen und annehmen können. Es gibt immer jemanden, der in einem bestimmten Bereich besser ist als man selbst. So auch in der Schweizer Eishockey-Nati: Es gab massive Probleme in der Verteidigung. Patrick Fischer hat erkannt, dass es in der Abwehr jemanden mit dem entsprechenden Palmarès braucht, der die nötige Ausstrahlung und Autorität hat, um die Probleme zu lösen. Er war sich deshalb nicht zu fein, den Ex-NHL-Verteidiger Tommy Albelin als Assistenztrainer beizuziehen – der Erfolg zeigt, dass die Entscheidung richtig war.

5. Du musst mit Hochs und Tiefs umgehen können

Es ist da A und O für jeden Leader: Wenn es gut läuft, nicht übermarchen, in der Spur bleiben und Bescheidenheit zeigen. Nicht der Leader allein, sondern das ganze Team ist für den Erfolg verantwortlich. Wenn aber etwas schiefgeht, hinstehen und Verantwortung übernehmen. Patrick Fischer hat dies mustergültig beherzigt. Als auf die Nati geschossen wurde, hat er seine Fehler eingestanden. Als das Team von der WM mit Silber zurückkam, zeigte er sich «wahnsinnig stolz auf diese Mannschaft». Unabhängig davon meinte er aber auch: «Nach Olympia waren wir die Deppen, jetzt sind wir die Helden. Wir sind aber weder, noch. Wir sind Sportler.» Auch bei uns im 1stQuad-Team gilt: Die Arbeit geht immer weiter, egal ob man gewonnen oder verloren hat.

(Quelle Foto: CTK via Alamy Stock Photos)