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Blog > November 2009

SharePoint Sever 2010 Administration - Was ist neu

Mit dem neuen Microsoft SharePoint Server 2010 ändert sich für SharePoint Administratoren vieles, was man sich vom Microsoft Office SharePoint Server 2007 gewohnt war - oder schmerzlich vermisst hatte. Dieser Beitrag dokumentiert einige der wichtigsten Neuerungen und macht viel Hunger auf die bald erscheinende Beta!

Veröffentlicht am 05.11.2009 10:19:40 von Michael Hofer mit 0 Kommentar(en)

Architektur

Neu wird nur noch eine vollständige 64-bit Architektur unterstützt. Die Windows SharePoint Services bleiben die „Foundation“ für die SharePoint Server, von dem es 3 Editionen geben: Standard, Enterprise, FAST Search Edition.

Die Such-Architektur unterstützt neu redundante Indexierung:  Mehrere Server können für die Indexierung von verschiedensten Inhaltsquellen eingesetzt werden. Die Indexe können dann zusammengeführt werden („Merge“ oder „Join“). Durch die neue Architektur werden jetzt „hunderte von Millionen“ von Elementen im Such-Index unterstützt (vgl. SharePoint 2007: max. 50 Millionen).

Nicht nur der Search Indexer ist nun kein Single-Point-Of-Failure mehr, die SharePoint-Architektur unterstützt nun auch durchgängig Mirroring. Leider gibt es aber auch heute noch keinen Replikationsmechanismus – hier muss immer noch auf Produkte von Drittanbietern zurückgegriffen werden.

Die von SharePoint 2007 bekannten „Shared Services Provider“ heissen neu „Service Applications“. Früher waren meist alle „Shared Services“ in einem Provider, im neuen Modell wird jeder einzelne Service in einer eigenen „Service Application“ verwaltet.  Jede SharePoint Farm kann so individuelle Services anbieten (z.B: MySite Farm, Social Networking Farm, Such Farm etc.) und andere Farmen können diese Services von der jeweiligen Farm verwenden.

Wie sich die neue Mandaten-Architektur gestaltet ist noch nicht allzu gut bekannt. Vor allem für das Hosting geeignet können verschiedene Mandanten verwaltet und Delegationen eingerichtet werden. Am besten sieht man die Mandanten-Verwaltung als eine Stufe höher als die Site Collection Administration, aber tiefer als die Zentrale Verwaltung („Central Admin“). Dank Ihr können ganze Sätze von Site Collections Mandanten zugewiesen und gewisse Befugnisse (z.B. Usage Reporting, Benutzerverwaltung) delegiert werden.

Last but definitely not least ist noch die neue Claims Based Authentication zu erwähnen: Microsoft ergänzt respektive ersetzt die bisherigen „strengen“ Mechanismen der Authentifizierung (Windows- oder Forms-Based-Authentication) durch die sogenannte „Claims Based Authentication“. SharePoint kann so mit jedem Corperate Identity System arbeiten  um User zu autentifizireren. Hierzu zählen neben dem Active Directory, LDAPv3-basierende Verzeichnisse auch  LiveID, OpenID und InfoCard Systeme wie Microsofts CardSpace oder Novells Digital Me.
 

Die neue Administrationsoberfläche

Die neue Administrationsoberfläche kommt hübsch gestalete, sehr aufgeräumt und logisch gruppiert daher.  Neben dem dem gewohnten Menü auf der linken Seite und den weiterführenden Links im Inhaltsbereich gibt es neu auch kontext-bezogene Ribbons, welche die Administratoren unterstützen für sie wichtige Aufgaben einfacher aufzurufen bzw. auszuführen. Zudem ist nun die gesamte Administrations-Oberfläche Security-Trimmed, d.h. alle Administrations-Aufgaben können über eine einzige Benutzeroberfläche durchgeführt werden, der jeweilige Administrator sieht aber nur noch genau die Punkte in Navigation, Ribbon etc., auf die er auch Zugriff hat.

Central Administration Benutzeroberfläche. SharePoint 2010 mit 1stQuad:Erfahrung, Kompetenz und Know-How  

Datenbanken

In SharePoint 2010 gibt es 13 neue Datenbanken! Wie viele Datenbanken aber effektiv je Farm angelegt werden hängt davon ab, welche Service für die Farm konfiguriert werden. Hier eine kurze Auflistung, was es für Datenbank gibt:
  • Farm-Datenbanken
    • Config (wie bisher)
    • Admin_Content (Inhalte der Administrationsapplikation)
    • Application Registry Service
    • Secure_Store_Service
    • StateService
    • Managed Metadata
    • Web Analytics Web Service
      • WSS_Usage
      • Reporting_DB
      • StagingDB
  • Services Datenbanken
    • Suche
      • Search_Service_Application
      • Crawl Store
      • SearchDB
      • PropertyStore
      • WSS_Search
    • Menschen / Profile
      • SocialDB
      • ProfileDB
      • SyncDB
    • BDC_Service_DB
    • Word Conversion Service Application
    • Performance_Point
  • Inhalts Datenbanken
    • WSS_Content_GUID
    • WSS_Content_GUID1
    • …
 

Best Practices Analyzer

Mit dem SharePoint Best Practices Analyzer wurde ein neues Hilfs-Modell in SharePoint eingebaut: Verschiedene Regeln werden in Form von Timer-Jobs periodisch überprüft und die Resultate werden in Kategorien organisiert dargestellt – inklusive der Möglichkeit, dass auftretende Probleme automatisch behoben werden. Das tolle an der Sache ist, dass individuelle Regeln eingeführt werden können: Sei dies z.B. durch spätere ServicePacks, durch Drittanbieter oder sogar selber entwickelte Regeln.
Best Practices Analyzer. SharePoint 2010 mit 1stQuad:Erfahrung, Kompetenz und Know-How  


Administrative Aufgaben durchführen

Mit SharePoint 2010 stehen out-of-the-box um die 500 PowerShell CMDLETs zur Verfügung um alle gängigen administrativen Aufgaben an einer SharePoint Farm durchzuführen.  Diese verfügen u.A. auch über die Möglichkeit mit „GetHelp“ eine Beschreibung und mit „Example“ ein Beispiel für die Verwendung abzurufen.
 

Inhalts-Migrationen

Mit SharePoint 2007 war es praktisch unmöglich ganze Site (Collections) oder Listen von einem Ort zum anderen zu verschieben ohne Informationen und Metadaten zu diesen Objekten zu verlieren. In SharePoint 2010 können Exporte und Importe über PowerShell, STSADM und auch die Central Administration Oberfläche via CWP-Pakete ohne Verluste sehr einfach getätigt werden:
 

Site oder List-Export und Import. SharePoint 2010 mit 1stQuad:Erfahrung, Kompetenz und Know-How  

Zudem können ganze Sites, Listen und auch Listen-Elemente von einer Inhaltsdatenbank (auch „unattached“) wiederhergestellt werden – allerdings muss man dazu genau wissen, in welcher Datenbank sich die entsprechenden Elemente befinden.

Migration von früheren SharePoint Versionen

Der Upgrade- oder Migrations Prozess ist neu in 2 verschiedene Prozesse gegliedert:

Binary Upgrade

Hier werden die Code-Teile (Assemblies, Seiten, Scripts etc.) sowie die Datenbanken von der älteren SharePoint Version migriert. Dies hat aber keinen Einfluss auf die bisherigen Benutzeroberflächen und Inhalte. Unterstützt werde nur noch 2 Optionen, den „Gradual Upgrade“ gibt es nicht mehr:
  • In-Place: Migration innerhalb einer existierenden Farm
  • Database Attach: Migration zu einer neuen Farm     
 

Visual Upgrade

In einem Prozess, welcher vom Farm Administrator zu einem beliebigen Zeitpunkt auf einer bereits durch den „Binary Upgrade“ auf SharePoint 2010 laufenden migrierten Farm  ausgelöst werden kann, kann auf Site-Ebene nach und nach die neue Benutzeroberfläche von SharePoint 2010 aufgeschaltet werden. Das Tolle daran ist, dass die Site in einer Vorschau angezeigt und so mögliche Probleme vor der eigentlichen Migration eliminiert werden können.

Visual Upgrade. SharePoint 2010 mit 1stQuad:Erfahrung, Kompetenz und Know-How


Performanz-Optimierung

Auch im Bereich der Performanz wurde für SharePoint-Administratoren viel unternommen. Neu können über „Resource Throttling“ auf Web-Applikations-Niveau viele Einschränkungen für lange dauernden Abfragen gesetzt werden. Diese zwingen Benutzer (und auch Entwickler) dazu, Ihre Abfragen, Listenansichten etc. so zu gestalten, dass sie die vom Administrator vorgegebenen Rahmenbedingungen einhalten. Interessanterweise kann man auch Zeitfenster angeben, in denen lange Abfragen möglich sind, oder ob die gemachten Einstellungen im Objektmodell überschreibbar sind (was die Entwickler natürlich freut!)  
 
Resource Throttling. SharePoint 2010 mit 1stQuad:Erfahrung, Kompetenz und Know-How


Obwohl primär für Entwickler gedacht, können im „Developer Dashboard“ mögliche Performanz-Blocker anhand von Statistiken von WebParts und deren Datenbankabfragen identifiziert und optimiert werden. Dieses kann auf drei Arten konfiguriert werden: Aus (Standard), An oder „On-Demand“.  Angestellt wird das „Developer Dashboard“ entweder über ein STSADM Kommando oder über ein PowerShell Script.
 

Logging und Reporting

SharePoint 2010 verfügt über ein vollständig neues und erweiterbares Reporting und Logging Framework. Über die Benutzeroberfläche in der Central Administration können die einzelnen Reports aufgerufen und (teilweise) konfiguriert werden, detaillierte Einstellungen können über PowerShell Scripts vorgenommen werden (Logging-Level etc.).

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